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Der ADAC-Winterreifentest 2013 / 2014

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(112 Bewertungen, 4.12 von 5)
Der ADAC-Winterreifentest 2013 / 20144.12 von 5 basiert auf 112 Bewertungen.

Der jährliche ADAC Winterreifentest ist ebenso wie der Sommerreifentest der Gradmesser für den Erfolg und die Reputation der besten Reifen auf dem Markt. Seit vielen Jahren testet der Allgemeine Deutsche Automobil Verband (ADAC) neue Winterreifen bereits im Spätsommer in kühleren Gefilden, bevor Ende September der große Kundenansturm im Reifenhandel beginnt. Auch für die Saison 2013 / 2014 stellten sich Reifen ausgewählter Hersteller dem großen ADAC Winterreifentest.

Hier geht es zum aktuellen ADAC Winterreifentest 2014/2015.

Das Video zum ADAC Winterreifentest gibt einen Überblick über den Test und die Ergebnisse.

Inhalt:
ADAC Winterreifentest 2013: Dimension 185/60 R15 T
ADAC Winterreifentest 2013: Dimension 225/45 R17 H
Die Prüfkriterien des ADAC im Überblick
Erklärung der Prüfkriterien im ADAC Winterreifentest
Sieger und Verlierer beim Winterreifentest 2012/2013
Die erfolgreichsten Hersteller & Modelle 2013
Die Fahrzeuggruppen aus dem aktuellen ADAC-Test

Hier finden Sie die aktuellen Ergebnisse aus dem ADAC Winterreifentest 2015

Der ADAC Winterreifentest 2013/2014: Winterreifenmodelle verschiedener Dimensionen im Test

Funktionale Winterreifen sind in der kalten Jahreszeit unabdingbar, wenn man sicher von A nach B kommen will. Für die optimale Bereifung in Herbst und Winter müssen verschiedene Kriterien erfüllt werden, die der ADAC auch für die Saison 2013/2014 wieder genau unter die Lupe genommen hat.

In unterschiedlicher Gewichtung wurden die Modelle verschiedener Hersteller wie Continental, Dunlop, Goodyear & Co. in ihrem Fahrverhalten bei Trockenheit, Nässe sowie Schnee und Eis getestet. Außerdem gingen die Geräuschentwicklung der Winterreifen, ein eventuell erhöhter Kraftstoffverbrauch sowie ihre Haltbarkeit mit in die Testergebnisse ein. In insgesamt 18 Prüfkategorien wurden Reifen führender Hersteller auf Herz und Nieren getestet.

Winterreifen für Clio, Polo & Co. - Dimension 185/60 R15T

Im Test der Winterreifen mit der Reifengröße 185/60 R15T, welche häufig für Kleinwagen wie Audi A1, Suzuki Swift oder Fiat Punto verwendet wird, konnte kein Pneu ein Testurteil „sehr gut“ abholen, dafür war die zweite Stufe des Siegertreppchen übervoll: ganze sieben Reifenmodelle konnten den ADAC Winterreifentest mit einem „gut“ abschließen und gelten hiermit als besonders empfehlenswert. Darunter der Testsieger Continental ContiWinterContact TS850 sowie der Dunlop Winterresponse 2, der Winterhawk 3 von Firestone, der Michelin Alpin A4, der Nokian WR D3, der Goodyear UltraGrip 8 und der Speed-Grip 2 von Semperit. Getestet wurden die Reifenmodelle auf einem VW Polo.

Alle als „gut“ getesteten Reifenmodelle können mit wenigen Abweichungen auf ganzer Linie überzeugen und wiesen keine  besonderen Schwächen auf. Der Testsieger Continental ContiWinterContact TS850 ging mit einer Gesamtnote von 2,0 als bester Reifen aus dem ADAC Winterreifentest hervor und glänzt durch seine Ausgewogenheit auf nasser, verschneiter oder vereister Fahrbahn. Der Winterresponse 2 von Dunlop teilt diese Vorzüge auf winterlicher Fahrbahn und lässt trotzdem nicht den Kraftstoffverbrauch in die Höhe schnellen. Der Firestone Winterhawk 3 sowie der Nokian WR 3 überzeugen für die Saison 2013/2014 auch auf trockener Fahrbahn. Der Alpin A4 von Michelin punktet auch in diesem Jahr wieder mit seiner Verschleißfestigkeit. Mit seiner Sparsamkeit glänzt der Semperit Speed-Grip 2.

Continental ist der Sieger im ADAC Winterreifentest 2013

Das Mittelfeld im diesjährigen ADAC Test setzte sich aus dem Vredestein Snowtrac 3, dem Barum Polaris 3, dem Pirelli Winter 190 Snowcontrol 3, dem GT Radial ChampiroWinterPro, dem Winter i*cept RS (W442) von Hankook, dem Falken Eurowinter HS-449 sowie dem Kleber Krisalp HP2 zusammen. Ausschläge in sehr gute Testergebnisse zeigte einzig der Kleber mit einer hervorragenden Verschleißarmut. Problematisch war für alle als „befriedigend“ getesteten Winterreifen die Prüfkategorie „Nass“. Hier schwächelten alle Pneus.

Besonders schwach und mit einem mangelhaften Gesamturteil schnitten der Kormoran Snowpro b2 sowie der Marangoni 4 Winter E+ ab. Auch bei diesen beiden Reifen bedeutete das Prüfkriterium „Nass“ das Aus für eine gute Platzierung. Einzig der geringe Spritverbrauch beim Kormoran sowie die Verschleißarmut des Marangoni waren Lichtblicke der Schlusslichter.

Reifenmodell
185/60 R15 T
Test Urteil Trocken Nass Schnee Eis Geräusch Verbrauch Verschleiß Einzelpreis
(inkl. Mehrwertsteuer)
Continental ContiWinterContact TS850 Gut 1,7 1,9 1,9 1,9 2,8 1,8 1,5 ab 54,09 €
Dunlop Winterresponse 2 Gut 2,4 1,9 1,9 2,2 3,1 1,5 2,5 ab 56,74 €
Firestone Winterhawk 3 Gut 2 2 2,4 2,2 2,8 2,2 1,5 ab 44,79 €
Michelin Alpin A4 Gut 2,2 2,4 2,1 2,2 3,4 1,8 0,5 ab 59,85 €
Nokian WR D3 Gut 1,7 2,2 2,2 2,3 3,5 2,1 2,3 ab 47,35 €
Goodyear UltraGrip 8 Gut 2,4 2,3 2,1 2,5 3,3 2 2,5 ab 53,63 €
Semperit Speed-Grip 2 Gut 2,1 2,4 2,5 2,5 3,3 1,5 2,5 ab 45,35 €
Vredestein Snowtrac 3 Befriedigend 2,2 2,6 1,9 2,3 3,6 2,1 2,3 ab 55,50 €
Barum Polaris 3 Befriedigend 2,6 2,9 2,2 2,3 3,1 2,4 2,5 ab 41,99 €
Pirelli Winter190 Snowcontrol 3 Befriedigend 2,1 3 2 2,5 3,8 2 2,5 ab 50,79 €
GT Radial Champiro WinterPro Befriedigend 2,8 3,2 3,1 2,5 3,4 2,4 2,3 ab 39,79 €
Hankook Winter i*cept RS (W442) Befriedigend 2,1 3,2 2,6 2,3 3,1 2,1 2,3 ab 48,20 €
Falken HS-449 Eurowinter Befriedigend 2,1 2,6 2,2 2,2 3,5 2,4 3,5 ab 37,49 €
Kleber Krisalp HP2 Befriedigend 2,2 3,5 2,4 2,6 3,6 1,9 1,5 ab 43,55 €
Nexen Eurowin 600 Ausreichend 1,9 2,7 3,6 3 3,1 2,2 2,5 ab 43,11 €
Kormoran Snowpro b2 Mangelhaft 3,3 5,2 2,1 2,5 3,4 1,9 2 ab 37,35 €
Marangoni 4 Winter E+ Mangelhaft 2,2 5,5 3,9 2,8 3,8 2,8 1,5

15 Winterreifen für die Mittelklasse - Größe 225/45 R17H

Ein Skoda Octavia diente in diesem Jahr als Testfahrzeug für Pneus der  Mittelklasse. Auch Opel Astra, Renault Megane sowie Seat Leon werden beispielsweise mit dieser Reifengröße ausgestattet. Auch in der größeren Reifendimension konnte kein Reifen mit dem Gesamturteil „sehr gut“ abschließen. Anders als bei den kleineren Reifenmodellen wurden nur vier Winterreifen mit einem „gut“ und somit mit dem Prädikat „empfehlenswert“ ausgezeichnet. Darunter der Testsieger Continental WinterContact TS 850 mit der Bestnote 2,1 sowie der Bridgestone Blizzak LM 32 S, der Michelin Alpin A4 und der Uniroyal MS plus 77.
Durchgängige Problematik der Winterreifen für Fahrzeuge der Mittelklasse ist eine erhöhte Geräuschentwicklung. Eine sehr gute Note konnte einzig der Michelin Alpin A4 in puncto Verschleißfestigkeit erzielen. Die Bestnote auf verschneiter Fahrbahn erhielt der Continental ContiWinterContact TS850, der Bridgestone Blizzak LM-32S führt hingegen den Nassbereich an.

 Auch in der Dimension 225 gewinnt Continental den ADAC Winterreifentest 2013
Das breit aufgestellte mittlere Feld des Reifentests wird durch den Goodyear UltraGrip 8 Performance angeführt, der außer durch ein erhöhtes Geräuschaufkommen auch im Nassbereich negativ auffällt. Mit den gleichen Problemen hat auch der Nokian WR D3 zu kämpfen. Der Dunlop SP Wintersport 4D schwächelt zwar auf vereister Fahrbahn, kann jedoch mit überdurchschnittlich guter Seitenführung punkten. Beim Winter Sottozero 3 von Pirelli gibt es genau wie beim ESA-TECAR Supergrip 7+ HP Abzüge in den Prüfkriterien Geräuschentwicklung und Verschleiß.
Die Gesamtnote „mangelhaft“ wegen ausgeprägter Mängel im Nassbereich erreichen der Interstate Winter IWT-2* sowie der Sailun Ice Blazer WSL-2. Trotz guter Noten in Verbrauch und Verschleiß reicht es für die beiden Winterreifen nur für die letzten Plätze.

Reifenmodell
225/45 R17 H
Test Urteil Trocken Nass Schnee Eis Geräusch Verbrauch Verschleiß Einzelpreis (inkl. Mehrwertsteuer)
Continental ContiWinterContact TS 850 Gut 1,8 2,1 1,7 2,4 3 2,1 1,8 ab 120,29 €
Bridgestone Blizzak LM-32 S Gut 1,8 2 2,3 2,4 3 1,9 2,3 ab 249,64 €
Michelin Alpin A4 Gut 1,8 2,5 2,4 2,4 3,4 2,3 0,5 ab 147,71 €
Uniroyal MS plus 77 Gut 2,5 2,4 2,1 2,5 3,4 1,7 2,5 ab 90,35 €
Goodyear UltraGrip 8 Performance Befriedigend 2,3 2,6 2,1 2,5 3,5 1,9 2,3 ab 130,19 €
Nokian WR D3 Befriedigend 1,7 2,6 2,5 2,5 3,1 2,4 2,5 ab 104,65 €
Dunlop SP Wintersport 4D Befriedigend 2 2,2 2,2 2,7 3,6 2 2,3 ab 124,90 €
Fulda Kristall Control HP Befriedigend 2,7 2,7 2,3 2,5 3,3 2 2,5 ab 83,86 €
Semperit Speed-Grip 2 Befriedigend 2,2 2,7 2,2 2,3 3,1 1,6 1,8 ab 93,30 €
ESA-TECAR Supergrip 7+ HP 210 Befriedigend 2,4 2,6 2,3 2,5 3 2,2 2,8  
Pirelli Winter Sottozero 3 Befriedigend 2,5 2,3 2,5 2,5 3 2 2,8 ab 101,60 €
Hankook Winter i*cept RS (W442) Befriedigend 2,1 3,2 2,5 2,5 3,4 1,8 2,3 ab 100,30 €
Toyo Snowprox S953 Befriedigend 2,2 3,5 2,7 2,8 3,9 2,3 2,8 ab 87,95 €
Interstate Winter IWT-2 1 mangelhaft 2,6 5,1 3,7 2,7 3,3 2,3 2,3 ab 81,46 €
Sailun Ice Blazer WSL-2 mangelhaft 3,5 5,5 2,1 2,3 3,4 2,1 1,8 ab 49,78 €

Fazit des ADAC Winterreifentest 2013/2014 – Probleme bei auf nassen Fahrbahnen

Elf Modelle der 32 getesteten Winterreifen können in den 18 Prüfkategorien des ADAC Winterreifentests überzeugen und nur 4 Rundlinge können den Erwartungen nicht standhalten und erhalten ein „mangelhaft“.  Die Pneus der kleineren Dimension schneiden insgesamt besser ab als die Mittelklasse-Modelle. Die Testsieger in beiden Reifendimensionen liefert der Hersteller Continental.

Ein ausführlicher Test der Stärken und Schwächen der besten Marken

Kein anderer Reifentest erreicht eine derartige breite mediale Streuung, gilt als besserer Ratgeber vor dem Kauf und wird als Referenz für den Erfolg und die Seriosität eines Winterreifens herangezogen wie der ADAC Test – von Industrie und Handel über die Medien bis zu Werkstätten und den Endkunden. Letztlich ist ein positives ADAC-Prädikat der Tests ein Vertrauensvorschuss. Wer hier gut oder sogar als Testsieger besteht, braucht sich um seinen Ruf keine Sorgen zu machen. Absolute Verlierer finden sich in der Riege der namhaften Hersteller in den letzten Jahren weniger. Ausreißer kommen meist aus dem Feld der niedrigpreisigen Winterreifen.

Der ausführliche Winterreifentest, der auch für den Zeitraum 2013/2014 wieder in Zusammenarbeit mit der Stiftung Warentest durchgeführt wird, prüft die großen Weltmarken Bridgestone, Continental, Dunlop, Goodyear, Michelin und Pirelli. Aber auch Winterreifen aus dem preiswerteren Segment, von Tochterfirmen der Tophersteller, wie Barum oder Semperit, finden den Weg in die Kandidatenreihen. Aufgrund des stetig wachsenden Marktsegments der Billigreifen aus Asien nimmt der ADAC auch gern einige Vertreter aus diesen Reihen unter die Lupe.

Die Winterreifentests finden sowohl in den Werkstätten des ADAC und der Stiftung Warentest als auch in unabhängigen Labors statt. Testfahrten finden auf Rennstrecken in Europa als auch im Freien oder in speziell präparierten Hallen statt. Für die Winterreifentests werden gerne Ausflüge in den hohen Norden unternommen, und nicht wenige Schnee- und Eisfahrten wurden oberhalb des Polarkreises in Finnland, Schweden und Norwegen durchgeführt.

Getestet werden Winterreifen grundsätzlich in vorher festgelegten Reifendimensionen, um möglichst vergleichbare Endergebnisse zu erhalten. Bei den Dimensionen konzentriert man sich auf typische Größen von Fahrzeugklassen, wie beispielsweise Kleinwagen, Mittelklasse oder Oberklasse. Dementsprechend werden auch alle Pneus einer Dimension mit demselben Fahrzeug gefahren. Primär untersuchen die Prüfer PKW-Winterreifen, aber auch Pneus für SUVs und einzelne Ganzjahresreifen durchlaufen die Testreihen.

Die Prüfkriterien des ADAC Winterreifentests im Überblick

PrüfkriteriumGewichtung
Trocken 15%
» Fahrstabilität 40%
» Handling 40%
» Bremsen 20%
Nass 30%
» Bremsen 30%
» Aquaplaning längs 20%
» Aquaplaning quer 10%
» Handling 30%
» Kreis-/Seitenführung 10%
Schnee 20%
» Bremsen-ABS 40%
» Anfahren 20%
» Passfahrt 40%
Eis 10%
» Bremsen-ABS 60%
» Seitenführung 40%
Geräusch 5%
» Innengeräusch 50%
» Außengeräusch 50%
Kraftstoffverbrauch 10%
Verschleiß 10%

Die Prüfkriterien des ADACGeprüft werden die Winterreifen in der Regel mit sieben Kriterien – das Fahrverhalten und den Grip bei Trockenheit, bei Nässe, auf Eis und bei Schnee, die Geräuschentwicklung, der Verschleiß und der Kraftstoffverbrauch. Basierend auf diesen Werten geben die ADAC-Tester ihr Gesamturteil für jeden Reifen. Daraus ergibt sich ein sehr dezidiertes Gesamtbild über sämtliche Stärken und Schwächen eines Winterreifens.

Die Ergebnisse orientieren sich an den klassischen Schulnoten von 1 bis 5 und enthalten ein „sehr gut“ (1), gut“ (2), „befriedigend“ (3), „ausreichend“ (4) und „mangelhaft“ (5). Auf der Website des ADAC und im Mitgliedermagazin werden die Reifenmarken von oben nach unten von den besten Ergebnissen abwärts aufgelistet.

Das jährliche ADAC Urteil im Winterreifentest setzt sich aus sieben Prüfkriterien zusammen, von denen sich fünf in weitere Unterkategorien aufgliedern.

Untersuchung auf trockener Straße

Erstes Testkriterium mit einer Gewichtung von 15% der Gesamtnote stellt hierbei der Bereich „Trocken“ dar. In diesem Zuge wird zunächst die Fahrstabilität des Fahrzeugs auf trockener Strecke überprüft.

Die Untersuchung der Handling Eigenschaften fragt nach der Materialsteifigkeit und damit einhergehender Verformbarkeit der Reifen, welche im Optimalfall zu einer guten Übertragung der Seitenkräfte auf den Asphalt führt. Es wird gemessen, wie das Fahrzeug und die Reifen bei der Fahrt um Pylonen mit plötzlichen Richtungs- und Lastwechseln reagieren und wie schnell der Fahrer dadurch den Testparcours absolvieren kann.

Auch das Bremsverhalten auf trockener Fahrbahn geht mit in die Bewertung des ADAC ein. Hier wird der Weg gemessen, den das Fahrzeug aus Tempo 100 km/h bis zum Stillstand benötigt.

Bremsverhalten auf trockener Straße

Testfahrt auf regennasser Fahrbahn

Die zweite Testkategorie „Nass“, welche mit 30% in die Gesamtnote eingeht, untersucht in gleicher Weise wie beim Trockenbremstest zunächst die Bremseigenschaften der Reifen – nur eben auf nasser Fahrstrecke.

In der Nässekategorie ist darüber hinaus das Verhalten der Reifen in Aquaplaning Situationen von Interesse. Wenn ein Reifen, wie beim Durchfahren einer Pfütze, durch eine Wasserschicht aufschwimmt und keine Lenk- oder Bremskräfte mehr auf die Fahrbahn übertragen kann, spricht man von Aquaplaning. Es wird ermittelt, ab welcher Geschwindigkeit dieser Effekt auftritt.

Der Handlingtest entspricht dem Trockentest und wird durch die Kreisfahrt ergänzt, wobei geprüft wird, ab welcher Geschwindigkeit das Fahrzeug ausbricht und in welcher Zeit der Reifensatz den Fahrer durch den Parcours bringt. Bei Handlingtest und Kreisfahrt ist das Profil des Reifens und dessen Fähigkeit die Flüssigkeit abzuleiten ein Fokus in der Betrachtung.

Verhalten der Winterreifen bei Schnee und Eis

Dann geht es an die Prüfung der Reifen auf  verschneiter Fahrbahn. 20% Anteil misst der ADAC dieser Kategorie bei. Im Bremstest mit eingeschaltetem ABS wird ebenfalls der Weg gemessen, welchen das Fahrzeug aus Tempo 50 km/h bis zum Stillstand zurücklegt.

Das Verhalten von Reifen auf Eis und Schnee
Beim Anfahren wird geprüft, wie zügig der Reifen das Fahrzeug aus dem  Stillstand auf Tempo 50 km/h bringt. Je besser die Traktion eines Reifens ist, umso zügiger geht das vonstatten. Die Passfahrt ist der Handlingtest auf Schnee und misst die Zeit, die ein Fahrzeug mit dem Winterreifensatz für die verschneite Strecke benötigt.

Vereiste Fahrbahnen simuliert der ADAC beispielsweise in einer Eisarena. Wo sonst Eishockeyspieler um den Puck und um Tore kämpfen, werden Winterreifen auf kurzen Strecken im Bremstest zum Stillstand gebracht, wobei der Bremsweg gemessen wird. In einer kleinen Kreisbahn wird im Seitenführungstest geprüft, ab welcher Geschwindigkeit der Reifen die Haftung verliert und das Fahrzeug ausbricht. Die Testkategorie Eis geht mit 10% Anteil in die Endwertung ein.

Sonstige Testkriterien – Wirtschaftlichkeit, Ökologie & Co.

Das Außengeräusch der Reifen, also die Lautstärke mit welcher die Pneus über die Straße gleiten, macht gemeinsam mit dem Punkt Innengeräusch, also der Geräuschentwicklung innerhalb der Fahrzeugkabine, den mit 5 % in die Wertung eingehenden Testbereich „Geräusch“ aus.

Mit 10 % Gewichtung schlägt sich auch der durch die Bereifung positiv oder negativ beeinflusste Kraftstoffverbrauch  im Testergebnis des ADAC nieder. Der Rollwiderstand des Reifens trägt als einer von vielen Punkten zur Verringerung des Kraftstoffverbrauchs bei. Ein im Verhältnis schmalerer Reifen mit höherem Luftdruck reduziert den Rollwiderstand und kann auf lange Sicht einige Euro an Sprit sparen. Hiermit entstehen jedoch häufig Abstriche im Bereich der Traktion, also Straßenhaftung – insbesondere bei Nässe.

Mit der abschließenden Untersuchung des Verschleißes der Reifen sind auch die letzten 10 % der Gesamtnote im großen Winterreifentest des ADAC erbracht. Hierbei wird auf die Profilabnutzung nach einer festgelegten Kilometerleistung geschaut. Gleichsam werden die Winterreifen auf mögliche Folgen von Materialfehlern hin überprüft.

Die Prüfkriterien der Reifen erklärt

Die Testkriterien des ADAC Winterreifentests erklärt

Fahrverhalten: Das Fahrverhalten eines Reifens beschreibt, wie gut seine Bodenhaftung im Zusammenhang mit verschiedenen Fahrbahnbelägen und Wetterbedingungen ist. Vor allem in gefährlichen Situationen im Straßenverkehr (auch auf Landstraßen und Autobahnen) ist eine gute Bodenhaftung von Reifen extrem wichtig, um Unfälle zu vermeiden. Aus diesem Grund ist das Fahrverhalten eines Reifens unter verschiedenen Bedingungen ein wichtiges Testkriterium bei Reifentests. 

Geräuschentwicklung: Seit der Reduzierung der Antriebsgeräusche hat das sogenannte Reifen-Fahrbahn Geräusch stetig an Bedeutung gewonnen. Neben der Geschwindigkeit und der Straßenbeschaffenheit hat auch der Profilaufbau eines Reifens großen Einfluss auf die Entwicklung des Geräuschpegels. Zudem bestimmen auch die Eigenschaften Reifenhärte und Reifenbreite den Geräuschpegel. Um diese Pegel möglichst gering zu halten, werden von vielen Herstellern unregelmäßige Aufteilungen im Profil eines Reifens verwendet. Das Gelingen derartiger Maßnahmen wird von Prüfinstanzen für Reifen, wie zum Beispiel dem ADAC in des Testergebnissen bewertet.

Grip: Grip ist im Prinzip der Überbegriff für die Haftung beziehungsweise den Halt von Reifen. Damit die Fähigkeit gemeint, auf alle Einflüsse die vom Fahrer verursacht wurden (Bremsen, Lenken, Reflexbewegungen) angemessen reagieren zu können. Der Luftdruck und das Verhätlnis der Gummimischung sind wichtige Faktoren für den Grip eines jeden Reifens. Da sich die Haftung direkt auf das Verhalten eines Reifens auswirkt (z.B. bei Vollbremsungen) wird dieser Aspekt auch im Winterreifentest des ADAC berücksichtigt. 

Verschleiß: Da ein abgefahrener Reifen seine Funktion nicht mehr erfüllt, ist auch der Verschleiß ein Prüfkriterium für Reifen. Abgefahrene Reifen leiten das Wasser schlecht ab, dadurch verlängert sich der Bremsweg auf nassen Straßen und die Gefahr von Aquaplaning wird erhöht. Zur Messung der Abnutzung ist jeder Reifen mit einem sogenannten Verschleißindikator versehen, der Ihnen dabei hilft, die Profiltiefe Ihrer Reifen selbstständig zu bewerten. Die Indikatorne sind Erhebungen im Profil und in Rillen, liegt dort die Gummihöhe bei 1,6mm haben Sie die vorgeschriebene Mindestprofiltiefe erreicht. Auch im Winterreifentest, spielt deshalb die Geschwindigkeit mit der ein Reifen verschleißt eine wichtige Rolle beim Abschneiden im Test.

Kraftstoffverbrauch: Die Reifen eines Fahrzeugs sind mit 20% an dem Gesamtwiderstand beteiligt, den ein Auto mit der Kraft des Antriebs überwinden muss. Das Problem bei der Optimierung des Kraftstoffverbrauchs ist, dass schmalere Reifen einen geringeren Widerstand aufweisen, die sogenannten Breitreifen besitzen aber ein wesentlich höheres Haftungsvermögen. Somit gilt es für die Reifen Entwickler einen Kompromiss zu finden, der den Käufern das optimale Verhältnis aus Kraftstoffverbrauch und Haftung bietet. Aufgrund der verschiedenen Möglichkeiten dieses Verhältnis zu erreichen (zum Beispiel durch die Konstruktion der Lauffläche, Gummimischung, vorgeschriebener Reifendruck), wird auch dieser Aspekt bei den Prüfkriterien von Reifen berücksichtigt.

Sieger und Verlierer beim ADAC Winterreifentest 2012/2013

ADAC Winterreifentest im letzten Jahr


Aktuelle Winterreifen-Testsieger

testsieger-winter

Die nachfolgenden Reifenmodelle sind als Testsieger aus den Untersuchungen namhafter Insitutionen und Fachzeitschriften hervorgegangen.

Winterreifentest 2015 - Alle Testsieger der Saison im Überblick.



Beim ADAC Winterreifentest 2012/13 prüften der ADAC und die Stiftung Warentest im vergangenen Jahr insgesamt 37 Winterreifen. Neben den üblichen Tests zu bekannten Kriterien wie Fahrverhalten, Sicherheit und Verbrauch wurde erstmals das neu eingeführte EU-Reifenlabel berücksichtigt, dass die Effizienz eines Reifens anzeigt.

Die besten Noten erhielten dabei wie in den Vorjahren die Global Player wie Continental, Dunlop, Goodyear, Michelin und Pirelli. Die Schulnote „gut“ erreichten beim Test 2012/13 immerhin elf Reifen – dafür wurde aber keinem einzigen Pneu ein „sehr gut“ verliehen.

Getestet wurde dabei auf drei verschiedenen Reifengrößen – 165/70 R14 T, 205/55 R16 H und
215/65 R16 T. Der Großteil der getesteten Winterreifen erhielt das Prädikat „befriedigend“. Ein Produkt kam mit einem „ausreichend“ davon, und vier Hersteller aus dem Segment der Billigreifen fielen ganz durch.

Gewinner und Verlierer in der Dimension 165 / 70 R 14 T

Der Testsieger im letzten Winter war der Michelin Alpin A4, der vor allem bei den Tests auf trockener und nasser Straße und beim Verschleiß Bestnoten erhielt. Der Continental WinterContact TS 800 kam auf den zweiten Platz und erhielt Bestnoten bei den Eis- und Schneefahrten, beim Verbrauch und Verschleiß sowie gute Werte bei Nässe und Trockenheit. Dazu gab es ein dickes Lob für den niedrigen Rollwiderstand.

Den dritten Platz in der Kategorie für Kleinwagen sicherte sich der Pirelli Winter 190 Snowcontrol Serie 3, der sich durch eine exzellente Ausgewogenheit auszeichnet. Der ADAC empfahl als weitere gute Reifen u.a. den Dunlop SP Wintersport 4D, den Goodyear UltraGrip 8 und den Nokian WR D3.

Der Effiplus Epluto I sowie der Premiorri ViaMaggiore konnten leider nicht überzeugen und fielen beim ADAC Winterreifentest des letzten Jahres durch. Beide Reifen wiesen erhebliche Mängel im Bereich „Nass“ sowie zum Thema der Geräuschentwicklung auf.

Dimension 205 / 55 R 16 H – für das Auto der unteren Mittelklasse

Der Reifentyp Continental ContiWinterContact TS850 konnte mit einer Gesamtnote von 2,1 den ersten Platz bei den Reifen für die untere Mittelklasse ergattern. Platz zwei belegte der Michelin Alpin A4 und die Bronzemedaille bekam der SP Winter Sport 4D von Dunlop. Komplett durchgefallen war nur der der Syron Everest 1 mit einer Gesamtnote von 5,5.

Dimension 215 / 65 R 16 T – der Winterreifen für den kleinen SUV

Auf den ersten drei Plätzen der Dimension 215 / 65 R 16 T befinden sich mit guten Gesamtnoten der Bridgestone Blizzak LM-80, der Dunlop SP Winter Sport 4D sowie der Continental ContiCrossContact Winter. Der Sailun Ice Blazer WSL2 wurden hingegen mit einem „mangelhaft“ abgestraft.

Die verschiedenen Dimensionsangaben eines Reifens

Im Folgenden erläutern wir Ihnen kurz die 6 wichtigsten Dimensionsangaben eines Reifens:

Die Reifenbreite/ Nennbreite - Die Reifenbreite wird in Millimetern angegeben und reicht bei herkömmlichen PKW Reifen von 125mm bis 335mm. Die Normung der Reifen erlaubt dennoch geringe Abweichungen, sodass die Reifen auf Felgen verschiedener Breite montiert werden können.

Der Querschnitt - Das Verhältnis der Höhe zur Breite des Reifens wird in Prozent angegeben. Desto niedriger dieses Verhältnis ausfällt, desto niedriger ist auch die Reifenflanke.

Die Bausweise - Der Buchstabe R an der dritten Stelle des Dimensionscode eines Reifens steht für "Radial". Damit wird die übliche Bauart mit radial geordneten Karkassefäden beschrieben. Wichtig ist, dass alle Reifen an Ihrem Fahrzeug von derselben Bauart sind.

Der Felgendurchmesser -
Die Zahl an der vierten Stelle des Dimensionscodes stellt den Durchmesser der Felge dar. Dieser wird diagonal von einem Felgenrand zum anderen gemessen und in Zoll (") deklariert. Die häufigsten Felgengrößen liegen zwischen 10" und 20".

Die Tragfähigkeitskennziffer/ der Lastindex - Dies ist die Kennzahl zur maximalen Belastbarkeit eines Reifens. Hierbei geht es um einen bestimmte Belastbarkeit bei einem vorgegebenen Luftdruck. Als Fahrzeughalter müssen Sie darauf achten, dass die von Ihnen montierten Reifen der Tragfähigkeitskennziffer aus Ihren Fahrzeugpapieren entsprechen (dabei sind ausschließlich gleich oder höhere Werte zulässig).

Der Geschwindigkeitsindex - Der letzte Kennbuchstabe im Code gibt die zulässige Höchstgeschwindigkeit eines jeden PKW Reifens an.  Mithilfe der Buchstaben, kann der Höchstwert aus einer genormten Tabelle ausgelesen werden. Die Tabelle finden Sie hier.

Die erfolgreichsten Hersteller und Modelle der letzten beiden Jahre

Wie in jedem Jahr wird auch für die Saison 2013 / 2014 ein Sieger unter den großen Reifenherstellern wie Continental, Pirelli & Co. gekürt. Doch nicht nur der ADAC bringt jährlich einen großen Winterreifentest auf den Markt, sondern auch andere Autozeitschriften wie Autobild, Autozeitung und Co. prüfen die Rundlinge für die Herbst- und Winterzeit auf Herz und Nieren. Im letzten Jahr konnte sich der Tophersteller Continental mit 8 Testsiegen und einer Durchschnittsnote von 2,2 deutlich an der Spitze des Reifen-Rankings positionieren. Mit großem Abstand in der Anzahl der Testsiege aber nur eine Note hinter Continental folgt der Reifenproduzent Goodyear, gefolgt von Michelin, Dunlop, Nokian, Semperit, Brigestone, Pirelli, Vredestein und Fulda.

Infografik Top Reifenhersteller 2012 und 2013

Die Liste der Top Reifenmodelle der Autoreifentests des vergangenen Jahres sind geprägt und durch den ContiWinterContact TS 850 angeführt von der Marke Continental. Auch Goodyear ist mit dem UltraGrip Performance 2 sowie dem Goodyear UltraGrip 8 mehr als einmal in der Top 10 Liste vertreten. Auch Semperit mit dem Speed-Grip 2, Pirelli mit dem Scorpion Winter 3 und Bridgestone mit dem Blizzak LM80 mischen bei den Tests der führenden Automagazine ganz vorn mit.

Infografik Top Reifenmodelle 2012 und 2013

Die Fahrzeuggruppen beim ADAC Winterreifentest 2013/2014

Der ADAC Winterreifentest ist jedes Jahr eine wichtige Referenz für die Reifenhersteller und ein erster Schritt für den Erfolg eines neuen Produkts. Um eine große Bandbreite und Seriosität zu gewährleisten, testet der ADAC nicht nur viele Pneus mit mehrere Reifengrößen und -dimensionen, sondern auch die Bereifung für unterschiedliche Fahrzeuggruppen.

Dabei sind vor allem der Gruppen der kleineren bis mittleren Fahrzeugklassen gerne vertreten. Getestet werden dabei Kleinwagen (z.B. Seat Arosa oder VW Polo) und Automobile der Kompaktklasse (z.B. VW Golf oder Opel Astra).

Fahrzeuggruppen vom Kleinwagen bis zur Luxuslimousine

Die breite Gruppe der Mittelklasse-Fahrzeuge wird in drei Sparten unterteilt – die untere Mittelklasse (z.B. VW Passat oder Opel Vectra), die Haupt-Mittelklasse (z.B. Audi A4 oder Citroen C5) und die obere Mittelklasse (wie die Mercedes C-Klasse oder die BMW 3er-Reihe). 

Für die hochpreisigen Automobile greifen die ADAC-Tester auf die Luxusklasse (z.B. Audi A6 oder Mercedes E-Klasse) bzw. die obere Luxusklasse wie den Audi A8 oder die Mercedes S-Klasse zurück. Dazu kommen spezielle Ausführungen wie SUVs und Geländewagen wie die Mercedes M-Klasse oder der VW Touareg zum Einsatz, um Ganzjahres- oder SUV-Reifen zu testen.

Die Winterreifen der aktuellen Saison 2013 / 2014 finden Sie zu günstigen Preisen bei folgenden Online-Händlern.

 

Reifensuche

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